Donnerstag, 30. August 2012

Melancholie des Studenten Anselmus

E.T.A. Hoffmann
Der goldne Topf

Vierte Vigilie

"Wohl darf ich geradezu dich selbst, günstiger Leser, fragen, ob du in deinem Leben nicht Stunden, ja Tage und Wochen hattest, in denen dir all dein gewöhnliches Tun und Treiben ein recht quälendes Mißbehagen erregte und in denen dir alles, was dir sonst recht wichtig und wert in Sinn und Gedanken zu tragen vorkam, nun läppisch und nichtswürdig erschien? Du wußtest dann selbst nicht, was du tun und wohin du dich wenden solltest; ein dunkles Gefühl, es müsse irgendwo und zu irgendeiner Zeit ein hoher, den Kreis alles irdischen Genusses überschreitender Wunsch erfüllt werden, den der Geist, wie ein strenggehaltenes furchtsames Kind, gar nicht auszusprechen wage, erhob deine Brust, und in dieser Sehnsucht nach dem unbekannten Etwas, das dich überall, wo du gingst und standest, wie ein duftiger Traum mit durchsichtigen, vor dem schärferen Blick zerfließenden Gestalten umschwebte, verstummtest du für alles, was dich hier umgab. Du schlichst mit trübem Blick umher wie ein hoffnungslos Liebender, und alles, was du die Menschen auf allerlei Weise im bunten Gewühl durcheinander treiben sahst, erregte dir keinen Schmerz und keine Freude, als gehörtest du nicht mehr dieser Welt an.[..]
Versuche es, geneigter Leser, in dem feenhaften Reiche voll herrlicher Wunder, die die höchste Wonne sowie das tiefste Entsetzen in gewaltigen Schlägen hervorrufen, ja, wo die ernste Göttin ihren Schleier lüftet, daß wir ihr Antlitz zu schauen wähnen – aber ein Lächeln schimmert oft aus dem ernsten Blick, und das ist der neckhafte Scherz, der in allerlei verwirrendem Zauber mit uns spielt, so wie die Mutter oft mit ihren liebsten Kindern tändelt – ja! in diesem Reiche, das uns der Geist so oft, wenigstens im Traume aufschließt, versuche es, geneigter Leser, die bekannten Gestalten, wie sie täglich, wie man zu sagen pflegt im gemeinen Leben, um dich herwandeln, wiederzuerkennen. Du wirst dann glauben, daß dir jenes herrliche Reich viel näher liege, als du sonst wohl meintest, welches ich nun eben recht herzlich wünsche und dir in der seltsamen Geschichte des Studenten Anselmus anzudeuten strebe."
 (Quelle: http://gutenberg.spiegel.de/buch/3103/1
   Bilder: meine!)



Seit jeher mag ich ja die aufgezwungene Schulliteratur eher wenig. Es fängt schon an, dass man das Buch UNBEDINGT in soundsoviel Tagen durchhaben sollte und dann bitte auch Notizen und Unterstreichen und Material dazu raussuchen und überhaupt
INTERPRETIERT!
ERÖRTERT!
BEWERTET!
NEHMT DAS F*****G BUCH AUSEINADER..bis nix mehr übrig bleibt außer leere Wörter und diese unglaubliche Wut auf die dummen Hauptfiguren und ihre blöden Kack-Dialoge.
Grah.
Manchmal beschleicht mich das Gefühl, dass die Lehrer gar nicht wissen, was es heißt, ein Buch zu lesen.
Und das es auch dabei bleiben sollte.
Man tut schließlich genug dabei.


Nun ist für uns im Deutsch-LK das Buch "Der Goldne Topf" von E.T.A. Hoffmann dran.
Um direkt auf den Punkt zu kommen: Buch = bäh
Und doch fand ich diesen Abschnitt ganz wunderbar und dachte ein wenig Poetik zum Abend kann nicht schaden.

Donnerstag, 2. August 2012

Ferientod.

In ein paar Tagen schon, muss ich leidergottes meine wunderbaren Sommerferien beerdigen.
Neben dem normalen bitteren Geschmack, der so ein Schulbeginn mit sich bringt, hab ich außerdem noch ein wenig Schwermut mit mir rumzutragen. Nun sind es doch meine allerletzten "richtigen" Sommerferien. Ab Montag beginnt mein letztes Schuljahr und danach ich entflüchte der Schule..hoffentlich für immer.

Um nicht noch ein schlechtes Gewissen zu bekommen, hab ich meine Ferien versucht anständig mit allerhand Unfug zu füllen. Grade die letzte Woche nun wird akribisch ausgeplant und bis aufs Äußerste ausgeschlürft, um ja ein wenig von dem Gefühl der Unbeschwertheit mit in den grauen, rauen, bösen Schulalltag mitzunehmen.

So kam es in dieser Woche vermehrt dazu, dass ich zu Abwechslung mal vor der Kamera stand und ausprobiert hab, wie das alles so ist und sich anfühlt und wie ich da so mitspiele.
Abgesehen davon, dass es irgendwann angestrengend war, dauernd mit sich selber konfrontiert zu werden, hatte ich eine Menge Spaß und bin eine Erfahrung reicher. Mal schauen, was drauß wird.

Im Nachhinein möchte ich ein paar meiner Favoriten aus zwei der letzten "Shooting" hier mit euch teilen.
Ein RIESEN Dankeschön an die wunderbaren (und wunderbar geduldigen) Fotografen:

Sophie



Mehlshoot





Basti 






und Volly












Nun denn, immer schön die Kiste auf den Kopp!
kisses