Montag, 11. Februar 2013

Medicine.


[..]Hätten wir einen Plan, würden wir uns darauf setzen, wenn die Seen gefrieren und Reif auf jedem Grashalm liegt. Wir würden ihn über uns halten, wenn der Regen kommt, würden Schneeflocken darauf sammeln oder Sternenstaub und im Herbst unter Bäumen sitzen, bis wir ein Dach aus Blättern tragen. Wenn der Wind kommt, würden wir uns darin einwickeln, um einander zu wärmen.

Hätten wir einen Plan, würden wir nachts den Himmel bemalen. Mit großen Eimern voll Farbe und langen Pinseln würden wir bunte Bilder malen, eine neue Welt über dem Horizont, und auf unseren Köpfen wären große Hüte aus Plänen, und manchmal würde von der Hutkrempe etwas Farbe auf deine Nase tropfen, und wenn wir fertig wären, würden wir auf einer Mauer sitzen, die Beine baumeln lassen und darauf warten, dass alles trocknet. Und wenn am nächsten Morgen die Sonne über dem Horizont auftauchte, ginge mit ihr eine neue Welt auf. Eine Welt, in der es keinen Montag gibt und die Zeitrechnung ein Herzschlag ist.

Hätten wir einen Plan, würden wir eine Schachtel bauen. Eine Box für unsere Träume. Wir würden die Reste zerknüllen und ihren Boden damit bedecken und sie abwechselnd hineinlegen, nebeneinander und übereinander, wir würden die Box vergrößern, bis das Ende aller Pläne erreicht ist, und dann würden wir immer weitermachen, und nie würden wir einen Deckel brauchen.[..]
(by wunder.schoenaberselten)





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